Steckdosenleiste mit Überlastschutz: Funktion und Reset
Ein Überlastschutz in der Steckdosenleiste schaltet den Strom ab, wenn die angeschlossenen Geräte zusammen mehr ziehen als die Leiste verträgt, meist mehr als 16 A. Er schützt damit Kabel und Kontakte der Leiste vor Überhitzung. Mit Überspannungsschutz hat er nichts zu tun: Der fängt Spannungsspitzen ab, nicht zu hohe Ströme. Nach dem Auslösen ziehst du Geräte ab, lässt die Leiste kurz abkühlen und drückst die Reset-Taste.
Auf einen Blick
- Schützt vor
- zu hohem Strom
- Auslöser
- meist über 16 A
- Zurücksetzen
- Reset-Taste
- Nicht verwechseln
- Überspannungsschutz
Inhalt
Was der Überlastschutz macht
Im Gehäuse sitzt ein kleiner Schutzschalter, meist mit einem Bimetall. Fließt dauerhaft mehr Strom als vorgesehen, erwärmt sich das Bimetall, verbiegt sich und öffnet den Kontakt. Die Leiste ist dann stromlos, und ein kleiner Knopf springt heraus oder der beleuchtete Schalter erlischt. Bei manchen Modellen ist der Überlastschutz direkt im Hauptschalter integriert. Ob eine Leiste diese Funktion braucht, ist eine der Ausstattungsfragen in unserer Kaufberatung für Mehrfachsteckdosen.
Wichtig ist der Unterschied zur Sicherung im Sicherungskasten. Der Leitungsschutzschalter dort schützt die fest verlegte Leitung in der Wand, meist mit 16 A. Der Überlastschutz in der Leiste schützt die Leiste selbst und ihr Kabel. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn die Leiste für weniger Strom ausgelegt ist als der Stromkreis, etwa bei 10 A oder 1,0-mm²-Kabel.
Überlastschutz vs. Überspannungsschutz
Die Begriffe werden oft verwechselt, auch in Produkttexten. Sie schützen vor völlig unterschiedlichen Gefahren:
| Merkmal | Überlastschutz | Überspannungsschutz |
|---|---|---|
| Schützt vor | zu hohem Strom durch zu viele oder zu starke Geräte | kurzen Spannungsspitzen, etwa durch Schaltvorgänge oder entfernte Blitzeinschläge |
| Schützt vorrangig | Leiste und Kabel | angeschlossene Elektronik |
| Bauteil | Bimetall- oder Schutzschalter | Varistoren, teils Gasableiter |
| Nach dem Auslösen | zurücksetzbar per Taste | verschleißt mit der Zeit, Kontroll-LED zeigt den Zustand |
| Sinnvoll bei | hoher Last, schwacher Leiste | TV, PC, Router, teurer Elektronik |
Viele Leisten kombinieren beides. Wann der Spannungsschutz lohnt, erklärt die Übersicht zur Mehrfachsteckdose mit Überspannungsschutz.
So setzt du den Überlastschutz zurück
- Last reduzieren: Schalte die Geräte aus und ziehe mindestens das stärkste ab, etwa Heizlüfter, Wasserkocher oder Föhn.
- Abkühlen lassen: Warte einige Minuten. Ein Bimetall-Schalter lässt sich erst zurücksetzen, wenn er abgekühlt ist.
- Reset drücken: Drücke die Reset-Taste oder schalte den Hauptschalter aus und wieder ein, je nach Modell.
- Last prüfen: Addiere die Leistung der Geräte, bevor du sie wieder anschließt. Die Methode erklärt Wattzahl berechnen.
- Beobachten: Löst der Schutz erneut aus, obwohl die Last deutlich unter der Nennlast liegt, ist die Leiste wahrscheinlich defekt.
Typische Auslöser im Alltag
Überlast entsteht fast immer durch Geräte mit Heizelement. Ein Wasserkocher braucht bis zu 3.000 W, ein Heizlüfter 2.000 W, ein Föhn 1.800 bis 2.200 W. Zwei davon gleichzeitig überschreiten jede Leiste. Hinzu kommen Geräte mit hohem Anlaufstrom wie Staubsauger oder Kompressoren, deren kurze Spitzen einen empfindlichen Schutz auslösen können. Welche Geräte grundsätzlich nicht an eine Leiste gehören, beschreibt Heizlüfter an der Mehrfachsteckdose. Die maximale Last und typische Geräteleistungen findest du unter Mehrfachsteckdose: maximale Belastung, den Rechner für deine Kombination auf Mehrfachsteckdose sicher nutzen.
Fliegt statt des Überlastschutzes der FI-Schutzschalter im Sicherungskasten heraus, liegt kein Überlast-, sondern ein Fehlerstromproblem vor. Das hat andere Ursachen, meist ein defektes Gerät.
Wann sich ein Überlastschutz lohnt
Sinnvoll ist er an Orten, an denen wechselnde Geräte mit hoher Leistung angeschlossen werden: Werkstatt, Hobbyraum, Küche, Veranstaltungen, WG-Zimmer mit vielen Nutzern. Auch Leisten mit kleinerer Nennlast oder dünnerem Kabel profitieren, weil der Leitungsschutzschalter im Verteiler erst bei 16 A reagiert.
Weniger wichtig ist er an Plätzen mit fester, kleiner Last, etwa am Nachttisch oder hinter dem TV, wo Netzteile zusammen nur einige Hundert Watt brauchen. Eine gute Leiste mit 1,5-mm²-Kabel ist dort auch ohne Überlastschutz sicher.
Darauf achtest du beim Kauf
- Klare Bezeichnung: „Überlastschutz“, „Überstromschutz“ oder „Thermosicherung mit Reset“. „Überspannungsschutz“ ist etwas anderes.
- Zugängliche Reset-Taste: Sie sollte auch bei montierter Leiste erreichbar sein.
- Grundqualität: Kabel H05VV-F 3G1,5 und GS- oder VDE-Zeichen bleiben Pflicht.
- Nennlast auf dem Typenschild: Der Schutz arbeitet passend zu diesem Wert.
Empfehlungen nach Einsatz
Leiste mit Überlastschutz und Reset
Für Werkstatt, Hobbyraum und wechselnde Geräte.
- Reset-Taste
- 1,5 mm² Kabel
- Schalter
Leiste mit Überlast- und Überspannungsschutz
Für Elektronik an Plätzen mit wechselnder Last.
- beide Schutzfunktionen
- Kontroll-LED
- GS- oder VDE-Zeichen
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Häufige Fragen
Wie oft darf der Überlastschutz auslösen?
Er ist für wiederholtes Auslösen gebaut. Löst er aber häufig aus, ist die Last regelmäßig zu hoch. Verteile die Geräte auf mehrere Wandsteckdosen statt immer wieder zurückzusetzen.
Ersetzt der Überlastschutz die Sicherung?
Nein. Die Sicherung im Verteiler schützt die Hausinstallation und bleibt immer nötig. Der Überlastschutz in der Leiste ist eine zusätzliche Schutzstufe für die Leiste selbst.
Warum lässt sich die Reset-Taste nicht drücken?
Meist ist das Bimetall noch zu warm. Warte einige Minuten. Rastet die Taste auch nach dem Abkühlen nicht ein, ist der Schalter defekt und die Leiste sollte ersetzt werden.